Bejo hat vor etwa 25 Jahren mit seinem Züchtungsprogramm für Spargel begonnen. Diese Kultur gilt im Unternehmen als perfekte Ergänzung zum breiten Bejo-Sortiment. Die beiden Bejo-Züchter Bart Arends und dessen Kollege John Theuws leiten ein Team engagierter Spezialisten, das für das weltweite Spargelprogramm verantwortlich ist, und werden dabei von einem Team unterstützt, das sich der Züchtung der besten neuen Sorten widmet.

Die Grundlage der Züchtung ist die Kreuzung von Elternlinien. Bei Bejo werden jedes Jahr viele Kreuzungen durchgeführt, um neue Spargelsorten für Nordwesteuropa zu entwickeln. Im Durchschnitt führt dies alle paar Jahre zur Einführung kommerzieller Sorten. Der Fokus liegt dabei auf Ertrag und Qualität.

Das Bejo-Spargelprogramm konzentriert sich auf weiße und grüne, anthocyanfreie und violette Sorten. Gezüchtet werden ausschließlich 100 % männliche Sorten, dadurch gibt es weder Beeren noch den folgenden Durchwuchs. Die gesamte Energie der Pflanze fließt vom Laub in die Wurzeln, was zu einem höheren Ertrag führt. Auch violette Sorten sind Teil des Bejo-Züchtungsprogramms und so ist das Unternehmen stolz auf die Sorte Erasmus F1, die erste 100 % männliche violette Sorte der Welt.

Züchtung für drei Klimazonen

Bei der Züchtung von Spargelsorten unterscheidet Bejo drei Klimazonen. Dazu gehören Nordwesteuropa mit Ländern wie Deutschland und den Niederlanden, die intermediären Länder wie Spanien und Italien sowie die dormanzfreien Länder, zu denen auch Peru und Mexiko zählen. Die beiden erstgenannten Regionen weisen ebenfalls stark unterschiedliche Klimazonen auf, die jeweils spezifische Anforderungen an die Sorte stellen. Beispielsweise muss eine Sorte für Nordwesteuropa Wintern mit Temperaturen von bis zu -15 °C standhalten, während die Grenze für z. B. Mittelmeerländer bei -5 °C liegt.

Um die ehrgeizigen Zuchtziele zu erreichen und den unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden, führen die Spargelzüchter von Bejo Versuche in den wichtigsten Spargelanbaugebieten weltweit durch. Für kältere Regionen gibt es eine Screening-Station in Kessel, im Süden der Niederlande, und für wärmere Regionen ein Forschungszentrum in Murcia (Südspanien). Für (sub)tropische Gebiete werden Spargelversuche in Peru und auf den neuen Screening-Feldern des Unternehmens in Kalifornien durchgeführt. Nach einer dreijährigen Screeningphase werden die neuen Kreuzungen mindestens drei weitere Jahre getestet, bevor eine Sorte auf den Markt kommt.

Wir freuen uns auf die Zukunft des Spargels. Unser Engagement spiegelt sich in unserer Züchtung, unserem Kulturmanagement und dem leidenschaftlichen Team dahinter wider.

Yvonne van der Vorst
Yvonne van der Vorst
Crop Management Director

Pflanzenbau im Vorstand vertreten

Die Entscheidung, den Vorstand von Bejo um einen Crop Management Director zu erweitern, unterstreicht die Bedeutung für Bejo. In dieser Funktion kümmert sich Yvonne van der Vorst um die strategische Entwicklung der Gemüse-Kulturen, darunter auch Spargel. Dies verbindet langfristige Vision und Investitionen in die Kulturart. Bejo ist in Branchenkreisen bekannt für seine Möhren, Zwiebeln und Kohl. Das Unternehmen hat jedoch auch ein komplettes Sortiment an Spargelsorten von früh bis spät entwickelt. „Wir verfügen über umfassende Entwicklungskapazitäten, die sich in einer leistungsstarken Struktur in allen Bereichen widerspiegeln. Züchter, Anbauexperten und Vertriebsmitarbeiter widmen dem Spargel die nötige Aufmerksamkeit“, betont Yvonne van der Vorst.

Geschmack ist ein wichtiges Zuchtziel

Unabhängig von der Klimazone konzentrieren sich die Sorten von Bejo auf eine konstant hohe Leistung in den Vollertragsjahren, kombiniert mit höchster Qualität. Auch der Geschmack spielt eine wichtige Rolle: Er sollte ausgewogen und etwas süß sein. Potenzielle Sorten, die sich als zu bitter erweisen, werden sofort aussortiert. Vor der Markteinführung testet das Unternehmen daher seine Sorten zudem in Zusammenarbeit mit offiziellen Instituten in den Fokusmärkten durch unabhängige, geschulte Verkoster. Dieser Ansatz scheint sich auszuzahlen, da die Sorten nach Aussage von Bejo auch den Geschmack der Verbraucher treffen.

Krankheitsresistenz und Nachbaueigenschaften

Bei der Krankheitsresistenz untersucht Bejo vor allem die Empfindlichkeit der Sorten gegenüber Stemphylium, Botrytis und Puccinia – den drei wichtigsten pilzlichen Schaderregern beim Spargel. Was die Empfindlichkeit gegenüber Schadinsekten betrifft, scheinen sich die Sorten bisher kaum oder gar nicht zu unterscheiden.

Unterschiedliche Erntemethoden berücksichtigt

Alternative Erntemethoden erfordern im Vergleich zur traditionellen Handernte auch unterschiedliche Sorteneigenschaften. Dies wird selbstverständlich bei der Bewertung potenzieller neuer Sorten berücksichtigt. Das Spargelprogramm von Bejo konzentriert sich auch auf alle Marktanforderungen, wobei die maschinelle Ernte ein wichtiges Selektionsmerkmal darstellt. Ziel ist es, hochprofessionelle Sorten sowohl für die manuelle als auch für die maschinelle Ernte anzubieten und allen Kunden die besten Lösungen bereitzustellen.

Zwölf kommerzielle Sorten auf den Markt gebracht

Bejo ist nach Tausenden von Kreuzungen stolz darauf, ein komplettes Spargelportfolio von früh bis spät für die nordwesteuropäischen Länder anbieten zu können. Dabei lässt sich nur erahnen, wie intensiv die Züchtungsarbeit ist. Erfolge sind das Ziel, aber durchschnittlich nur 0,1 % der Kreuzungen sind erfolgreich. Die erste war Cumulus F1 im Jahr 2008. Die Sorte wurde in den Niederlanden mehrfach zum „leckersten Spargel Brabants“ gekürt. Auch die Sorte Prius F1 erhielt diese Auszeichnung. Kürzlich wurden Sirius F1 und Genius F1 in das Bejo-Spargelsortiment aufgenommen. Erasmus F1 wurde als weltweit erste 100 % männliche violette Spargelsorte bekannt.

Quelle: Spargel & Erdbeer Profi 5/2025